Warum starten so viele Websites und Apps mit Fehlern?

August 20, 2024
3 Min.
Inhaltsübersicht
Warum starten so viele Websites und Apps mit Fehlern?

Die Komplexität moderner Projekte: 5 Gründe für Bugs in digitalen Produkten

Es gibt verschiedene Gründe für Bugs beim Launch digitaler Produkte. Einige sind nachvollziehbar, wie das Pareto-Prinzip, die wirtschaftliche Machbarkeit oder die unendliche Zahl an Testszenarien. Andere sind weniger akzeptabel, wie ein unerfahrenes Team, ein begrenztes Budget oder enge Zeitpläne. Im Folgenden erläutern wir jeden dieser Gründe genauer.

Infografik zu Fehlern in digitalen Produkten – akzeptable und inakzeptable Bugs bei der Entwicklung von No-Code-Plattformen

Akzeptable Fehler

Ressourcen für das Testen und das Pareto-Prinzip

Warum gibt es also so viele Bugs? Die Sache ist die: Selbst komplexe Projekte werden von Tag zu Tag komplizierter. Je komplexer sie werden, desto mehr Funktionen haben sie. Und je mehr Funktionen es gibt, desto mehr Ressourcen werden für das Testen benötigt, was nicht immer machbar ist. Hier kommt das Pareto-Prinzip ins Spiel – „20 % des Aufwands führen zu 80 % der Ergebnisse“ und umgekehrt.

In der Praxis bedeutet das: Während Tester 20 % ihrer Zeit damit verbringen, den Hauptnutzerpfad zu testen, beseitigen sie 80 % der Bugs. Doch das Aufspüren der verbleibenden 20 % der Bugs? Das führt sie auf einen verschlungenen Weg, der 80 % ihres Aufwands verschlingt. Das bedeutet mehr Zeit und Geld, und seien wir ehrlich: Zeitpläne und Budgets sind immer ein heikles Thema.

Eine große Anzahl an Bug-Szenarien

Nehmen wir ein weiteres Beispiel. Das Testen eines Formulars für Zahlungsdaten ist nicht so einfach, wie es scheint. Sie benötigen Kompatibilität mit verschiedenen Zahlungssystemen (Visa, MasterCard, UnionPay), über drei Betriebssysteme hinweg (Windows, macOS, Android), auf drei verschiedenen Geräten (Desktop, Tablet, Smartphone) und in vier Browsern (Google Chrome, Microsoft Edge, Opera, Safari).

Auf Basis dieser Kriterien stehen wir vor zahlreichen unterschiedlichen Szenarien. Und diese Zahl wächst nur, wenn es mehr Formulare oder deutlich mehr als drei Zahlungssysteme gibt. Daher ist es in diesem Fall wirklich schwierig, alle möglichen digitalen Bugs zu testen.

Inakzeptable Fehler

Aber hier ist der Punkt – das bedeutet nicht, dass Bugs akzeptabel sind. Die Norm sollte sein, nur wenige Bugs zu haben. Wenn es mehr Fehler gibt als akzeptabel, deutet das in der Regel auf einige Möglichkeiten hin: unerfahrenes Personal, ein eingeschränktes Budget oder strenge Zeitpläne.

Ein unerfahrenes Team: Low-Budget-Studios und QA-Tester auf Einsteigerniveau

Wie oben erwähnt, ist ein weiterer möglicher Grund für inakzeptable Bugs in digitalen Produkten der Einsatz von Low-Budget-Studios oder QA-Testern auf Einsteigerniveau. Diesen weniger erfahrenen Teammitgliedern fehlt möglicherweise das Fachwissen, um alle potenziellen Probleme zu erkennen und zu beheben. Das führt zu übersehenen Bugs und mangelhaften Nutzererfahrungen. Darüber hinaus verursacht es erhebliche Frustration bei den Nutzern und schadet dem Ruf des Produkts. Auch wenn es kosteneffizient erscheinen mag, ein weniger erfahrenes Team einzustellen, ist die Realität, dass Unternehmen aufgrund häufiger Updates und Fehlerbehebungen oft höhere langfristige Kosten tragen.

Begrenztes Budget und begrenzte Zeit

Wenn ein Projekt ein begrenztes Budget und enge Fristen hat, ist oft nicht genug Zeit oder Geld für ordentliches Testen vorhanden. Diese Eile beim Launch kann dazu führen, dass viele Bugs übersehen werden. Ohne ausreichende Ressourcen für gründliches Testen bleiben Probleme ungelöst, was zu höheren Kundensupport-Kosten, höheren Wartungsausgaben, potenziellen rechtlichen Problemen und entgangenen Umsätzen durch unzufriedene Kunden führt.

Enge Zeitpläne

Im Streben nach Gewinn oder aufgrund von Missverständnissen im Management werden digitale Produkte oft in zu kurzen Zeitrahmen entwickelt, was zu einer großen Anzahl von Fehlern führt. Diese Eile bedeutet, dass weder die Entwicklungsphase noch die Testphase mit den tatsächlichen Anforderungen übereinstimmt, was zu einem Produkt voller Probleme führt.

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Verschiedene Strategien für Produkt-Launches: Wann Bugs in den Plan passen

Aber es ist nicht immer schwarz oder weiß. Verschiedene Situationen führen zu verschiedenen Entscheidungen:

  • Ein Kunde mit einem begrenzten Budget könnte Qualität opfern, um etwas – irgendetwas – zu launchen, und dann die Einnahmen nutzen, um fehlerfreie Updates zu veröffentlichen.
  • Ein Kunde mit reichlich finanziellen Mitteln, aber wenig Zeit könnte sich beeilen, sein Produkt vor der Konkurrenz zu veröffentlichen – ein häufiges Szenario in der Gaming-Branche und anderen wettbewerbsintensiven Bereichen.

Wenn man vor der Wahl zwischen zwei Optionen steht – ein Produkt mit Bugs zu launchen, um den Markt zu erobern, oder den Code zu perfektionieren und erst dann zu veröffentlichen, wenn die Nachfrage bereits verflogen ist – ist die bessere Option oft die erste. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden.

Als Nächstes tauchen wir in die Entwicklungsphasen ein, in denen Quality-Assurance-Spezialisten, kurz QAs, eine Rolle spielen. Bleiben Sie dran, während wir in Teil 2 unserer Serie genau untersuchen, was sie tun.

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